Groundhopping: Jena – BFC Dynamo

FC Carl Zeiss Jena – Berliner FC Dynamo   2:1 (1:1)

Die aktuelle Spielzeit nähert sich schleppend, aber unumkehrbar der Zielgeraden und eigentlich weiß ich beim Schreiben dieser Zeilen nicht, ob ich mich dessen nun betrübt oder erleichtert fühlen soll, jedenfalls scheint nicht nur meinem bescheidenen Empfinden nach diese unsägliche Rückrunde mit jedem Spieltag in der heimischen Regionalliga das Molschder Sportfeld zunehmend in einen Nebel der Hoffnungslosigkeit zu hüllen, sodass sich der Horizont kaum noch über die erhabenen Fluchtlichtmasten des stolzen Ludwigsparks hinaus erstreckt. Selbst die Hinrunde, als dort noch gespielt wurde, da drüben, im stolzen Rund, wie es dahinten noch so friedlich liegt, hat man dir bisher doch nur die Laufbahn genommen, scheint angesichts des jämmerlichen Falls unseres Vereins unter immer dichteren Schwaden schon in eine unerreichbare Ferne davongezogen zu sein, und mit ihr jegliche Zuversicht auf soliden (Profi-)fußball. Die Selbst-Kannibalisierung im Club schreitet voran und dem phlegmatischen Spiel der eigenen Mannschaft kann man indes nur noch mit einer gesunden Portion Galgenhumor oder unter dem Einfluss ausreichender Volumenprozente frönen. Man könnte auch schlichtweg sagen, dass der Drops gelutscht sei, gefolgt von der Erkenntnis, dass die Liga nicht zu stark ist, sondern wir zu schwach und viel, viel zu unfähig sind. Dies zu akzeptieren fällt schwer, gerade auch, weil dann doch noch einige Male auf dem grünen Rasen der Anpfiff ertönen wird, ehe Bitburger den endgültigen Bierpegel zum Abschlussspieltag Ende Mai verlauten lassen wird, und man sich einfach jetzt schon eingestehen muss, dass selbst vierzig Spieltage nicht hülfen, die Lichter im Park wieder anzuknipsen.

 

Knapp zwei Jahre habe ich meinen Kumpel N. nun bald schon nicht mehr gesehen seit es ihn an die Elbe nach Magdeburg verschlagen hat. Fußball verbindet und trennt in diesem Fall gleichermaßen. So trägt der FC eine nicht unbedeutende Mitschuld an dieser unglücklichen Bilanz. Erheiternde Wochenendbesuche in der ostdeutschen Landeshauptstadt fallen kaum minder beglückenden Pflichtveranstaltungen in Spielberg und Bahlingen zum Opfer.

Doch wer suchet, der findet: Zeit! Und so konnten wir in unseren termindurchzogenen Spielplänen und Terminkalendern dann doch endlich, nach gefühlt nun schon jahrelanger Planung, eine gemeinsame Lücke finden, die sich zwar spieltagsbedingt nur über Werktage erstrecken sollte, aber dennoch ein reizvolles Programm versprach. Fußballfrei? Nein, das ging irgendwie auch nicht. Das war mir von vornerein klar und musste eigentlich auch N. bewusst gewesen sein. Da wir beide als fanatische Anhänger unserer Zunft einzuordnen sind, unser letzter gemeinsamer Stadionbesuch allerdings bereits fünf Jahre zurückliegt, ließ mir der Gedanke keine Ruhe, endlich mal wieder einen gemeinsamen Stadionbesuch zu realisieren. Außerdem konnte ich doch auch nicht eine so lange Reise antreten, ohne ein Spiel mitzunehmen, am besten natürlich gleichzeitig in Verbindung mit einem neuen Ground. Zugverbindung nach Magdeburg rausgesucht, nun also fehlte noch ein Spiel. Der 1.FC Magdeburg hatte eines am Freitag, ohnehin auswärts, und leider musste, nun gut, wollte ich bzw. zwang mich ein innerer Impuls dazu, so kurz vor dem eigenen Spieltag am Samstag auch wieder in Saarbrücken zugegen sein.

Und wer suchet, der findet: Spiel(e)! Und was für einen Leckerbissen! In unserer Schwesterstaffel Nordost galt es in der Woche meines Zonenbesuchs gleich zwei Partien nachzuholen, deren Besuch beide in etwa den gleichen Fahraufwand vom Startpunkt Magdeburg bedeuteten. Purer Luxus! Da wir die Spiele in der Champions-League nicht ernsthaft als Ziel eines gemeinsamen Hoppingausfluges in Erwägung zogen, schließlich sollte dieser ja authentisch „ostdeutsch“ sein, blieb uns die Qual der Wahl zwischen den Begegnungen FSV 63 Luckenwalde gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf und dem alten Ostschlager Carl Zeiss Jena versus BFC Dynamo. Auch wenn einige sicherlich eine Berichterstattung zum erstgenannten Spiel erwartet hätten, konnten wir uns diese wohlklingende Begegnung, serviert wie auf dem oft zitierten Silbertablett, keine zweihundert Kilometer entfernt und dazu, ausnahmsweise äußerst entgegenkommend, am Mittwochabend stattfindend, zwischen dem Europapokal-Finalisten anno 1981 Carl Zeiss Jena und dem DDR-Rekordmeister aus der heutigen Bundeshauptstadt einfach nicht entgehen lassen. Mehr DDR-Charme und Nostalgie ist ja wohl kaum möglich; mit so einem Schmankerl unter der Woche war nun wirklich nicht unbedingt zu rechnen. Aber nicht nur der sportliche Wohlklang dieses Spiels, sondern vor allem auch das Ernst-Abbe-Sportfeld als Austragungsort und blinden Fleck in meiner persönlichen Stadionbesuchsliste versetzte mein Gemüt in einen sonnengefluteten Zustand der Glückseligkeit. Noch heute ärgere ich mich blau und schwarz, das legändere 7:0 unseres FCS in Jena vor Ort verpasst zu haben. Zwar erinnere ich mich noch sehr gut an den Abend vor dem Fanradio, doch schwor ich mir damals, solche Spiele in Zukunft niemals mehr verpassen zu wollen. Zu meiner Entschuldigung kann ich anführen, dass auch dieses Spiel an einem Mittwochabend stattfand. Doch eigentlich ist dies keine Entschuldigung. Zumindest würde ich dies jetzt meinem alten Ego so sagen. Auch dieses Spiel liegt schon fast sechs Jahre in der Vergangenheit, ich kann es selbst kaum fassen. Ferner liefert die Tatsache, dass den Jenensern ein baldiger Stadionneubau bevorsteht und das Ernst-Abbe-Sportfeld folglich in seiner jetzigen Darbietung nicht mehr allzu lange zu bewundern sein würde, ein weiteres stichhaltiges Argument. Zwar ist es immer schöner ein neues Stadion mit dem eigenen Verein zu erobern, doch ob beide hierfür nötigen Protagonisten, der FCS und Jena, den unabdingbaren Aufstieg bis zum geplanten Beginn des Stadionumbaus 2018 für eine Begegnung in der bundesweiten dritten Liga schaffen, sei vorsichtig anzuzweifeln. Die Möglichkeit eines Aufeinandertreffens nächstes Jahr in den Aufstiegsspielen bestünde darüber hinaus natürlich auch noch, Stand heute wohlgemerkt.

So beichte ich meinem Kumpel kurzerhand bei einem kurzen Telefonat vor Abfahrt neben Bekanntgabe meiner Ankunftszeit in Magdeburg und der obligatorischen Frage, was ich denn so alles mitbringen solle, noch kurz, dass ich zwei Karten für das Spiel Jena- BFC bestellt habe und er sich um den Mittwoch keine weiteren Gedanken zwecks Tagesgestaltung machen bräuchte. Er kennt mich zu gut, um ernsthaft geschockt zu reagieren.

Nach zwei feuchtfröhlichen Tagen in Magdeburg und mehr oder weniger geglückten Erklärungsversuchen an die Mitbewohner seiner Magdeburger Wohngemeinschaft, warum wir denn Mittwoch nicht zugegen sein würden, stand dann endlich das Spiel auf der Agenda. Nicht nur in der aktuellen Regionalliga-Tabelle, sondern auch in der ewigen Tabelle der DDR-Oberliga finden sich Jena und der BFC als Tabellennachbarn wieder. Leider sind beide Klubs, und siehe da, eine weitere Parallele zu Saarbrücken, nicht mehr ernsthaft im Aufstiegsrennen involviert. Aber Spiele aufgrund ihres sportlichen Reizes zu schauen steht auf meiner Prioritätenliste sowieso nicht mehr allzu weit oben… Nächsten Samstag Auswärtsfahrt nach Neckarelz, jawoll!.

Rund zweieinhalb Stunden sollte die sehr gemütliche und kurzweilige Fahrt mit dem Nahverkehr der Deutschen Bahn ins benachbarte Thüringen dauern. Mehr als genug Zeit also, um sich noch vor Abfahrt auch im Osten den eingeübten Ritualen zu beugen; der Anstoß ist nämlich erst für den frühen Abend auf 17:30 Uhr terminiert. So setzen wir als erste Tat kurz entschlossen drei Kreuze auf den Tippschein im örtlichen Wettbüro, standesgemäß beschränken wir uns auf die Begegnungen des Abends und holen das Spiel der vertrauten Südwest-Staffel zwischen Homburg und der zweiten Garde des SC Freiburg noch mit ins Boot. Mein Kollege weiß nach einem kurzen Wink mit den Augenlidern auch sofort Bescheid, wie er den Ausgang dieser Begegnung vorauszusagen hat: „Stimmt, die magst du ja nicht.“ Ich bestätige und verweise auch auf den latenten Wunsch, die Breisgauer gerne auch im kommenden Jahr in der Liga zu behalten, einzig des göttergleichen Glühweins wegen versteht sich, den der Sportclub uns in den letzten beiden Jahren in seinen Stadien kredenzt hatte. Meine Oberflächigkeit an dieser Stelle möchte ich hier aufrichtig entschuldigen, Reservemannschaften gehören wahrlich nicht zu meinen Lieblingskontrahenten, aber Freiburg II gegen den SC Teutonia Watzenborn-Steinberg, aktuell souveräner Tabellenführer in der Oberliga Hessen, im nächsten Jahr auszutauschen, ringt mir nicht gerade einen euphorischen Schrei der Begeisterung ab.

Inzwischen bei den Kräuterleckereien des in Bahnhofsnähe gelegenen Vollsortimentlers angekommen, muss ich dann die erste Abweichung des Spieltagrituals verkraften. Anscheinend sehen sich die Magdeburger weniger stark der Gefahr eines spontanen Wildangriffes ausgesetzt, sodass wir von den gewohnten Hubertustropfen vorerst Abstand nehmen müssen und kurzerhand auf den kleinen Waldkautz umsteigen.

Dass der Osten viel mehr an Tradition zu bieten hat als sieben Jahre Markranstädter Bulleninzucht zeigt sich zweifelsohne in erster Linie an den stolzen Fanszenen renommierter Ostvereine, wie sie beispielsweise Magdeburg und Dresden repräsentieren, aber auch im ostdeutschen Bier: Allein das bisher von mir kritisch beäugte Wernesgrüner blickt auf respektable 573 Jahre mehr Tradition zurück als Rasenballsport. Der Vergleich ist vielleicht nichtig, aber es ist mir halt mal aufgefallen. Das Wernesgrüner schmeckt mir plötzlich ungewohnt gut.

Dann erreichen wir schließlich den bekannten Bahnhof von Jena, mitten im Paradies, und wir erfreuen uns bei bestem Frühlingswetter dem Anblick der belebten, aber doch beschaulichen kleinen Großstadt. Genügend Zeit für einen gediegenen Erkundungsspaziergang ist vorhanden und so lassen wir es uns nicht nehmen etwas Kulturprogramm in den Tag zu integrieren und das Spieltagstreiben in der Fremde zu beobachten. Wir entdecken nicht nur weise Bibelpsalmen an alten Gemäuern, welche erschreckend gut die aktuelle vereinspolitische Lage beim FC reflektieren, sondern auch kulinarische Tempel der Verführung, die uns einerseits des quälenden Hungergefühls berauben und andererseits eine heitere Rückfahrt versprechen sollten. Achtung, wilde Rehe!

Der Weg zum Stadiongelände des FCC führt uns am Nachmittag schließlich durch besagtes Paradies, Name des Stadtparks hinter dem Bahnhof, über die Saale, und vorbei an unzähligen schwenkenden Personengrüppchen, welche sich unter der noch zaghaften Aprilsonne der feierabendlichen Muße hingeben. Die Parkanlage verzückt uns, und eigentlich könnte man diese ersten richtigen Sonnenstrahlen des Jahres doch auch bei einem herrlichen Schwenker gleich hier an Ort und Stelle genießen, doch sogleich offenbart sich hinter einem unscheinbaren Brückchen das weitflächige Areal des FC Carls Zeiss und des USV Jenas und verzückt uns dann doch noch viel mehr.

Da wir sehr zeitig im Stadion sind, der Fußweg vom Bahnhof stellte sich dann doch kürzer als gedacht heraus, bleiben uns noch fast eineinhalb Stunden bis zum Spielbeginn; Zeit, um auch das gastronomische Angebot im Stadion etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. An diesem Tag probieren wir alles, Jena präsentiert uns das komplette Wurst-Triple: Rostwurst, Currywurst und Bockwurst. In selbiger abnehmender Reihenfolge ist auch der gustatorische Mehrwert zu beurteilen, jedoch durchweg auf einem passablen Niveau. Besonders die Rostwurst überzeugt, auch der Preis von zwei Euro erscheint angemessen. Dieser doch etwas ausufernde Ausritt zu einem eigenhändigen Wursttest ist wohl der persönlichen Neugierde geschuldet, wie sie nicht zuletzt von heimischen Fanklubs wie den Saarbrücker Bierwölfen illustrativ und erheiternd geschürt wird.

Zeit bleibt auch, all die Details dieser weitläufigen Spielstätte zu erkunden. Mein Herz macht an diesem Tag nicht nur einen Freudensprung; allein schon die Möglichkeit des 3/4- Rundgangs innerhalb des Stadions, wie ich es jahrelang aus dem Ludwigspark gewöhnt war, vorbei an den verschiedenen Blöcken bis hin zum eigenen (Stamm-)platz, erweckt in mir fast heimatliche Gefühle. Dann diese monströse Anzeigetafel und die analoge Anpreisung der Begegnung des Tages durch die einzelnen Glühlämpchen, wie man sie einst in nahezu allen Stadien finden konnte. Ebenbilder kennt man heute fast nur noch aus bebilderten Chroniken, wenn sie etwa Aufnahmen aus den Hochzeiten des Münchener Olympiastadions beinhalten. Der Vergleich des gewiss beschaulichen Ernst-Abbe-Sportfelds mit dem Olympiastadion hinkt zugegebenermaßen, doch bringt es meine romantische Ader richtig in Wallung. Dass die Anzeigetafel später nur als Projektionsfläche für eine digitale Nutzung dient, enttäuscht mich zunächst etwas, steht aber symbolisch für den Übergang von der Vergangenheit zur Moderne, die auch spätestens mit dem Umbau des Abbe- Sportfelds in wenigen Monaten in Jena näher rücken wird. Sportlich ist der Verein, auch hier die Analogie zu unserem FC, in einer schwierigen Lage seit dem Zweitligaabstieg 2008 und dem Drittligaabstieg 2012. Die prägnante Turmuhr, die als Relikt alter Tage über das Sportfeld wacht, ist stehen geblieben. Dies stimmt mich sehr nachdenklich. Weniger weil ich etwaige emotionale Beziehungen nach Jena oder zum FCC hege, aber weil ich auch jetzt an meinen geliebten FCS denken muss und nicht hoffe, dass der zeitliche Horizont auf Ewigkeit bereits erreicht ist. Manchmal reicht ein einfacher Batteriewechsel nicht mehr aus, um das Uhrwerk wieder anzuwerfen, manchmal muss eine neue Uhr her. Der Nebel wird sich wieder lichten, auch wenn es gerade an diesem Tag schwer fällt zu glauben, hatte mich doch während der Zugfahrt eben erst die Nachricht erreicht, dass unsere Fanbetreuung geschlossen zurückgetreten sei. Ich erwache aus meinem kurzen Tagtraum, sitze nicht im FC-Sportfeld, blicke nicht in den Ludwigspark und sehe auch keine Flutlichtmasten. Keine aus Saarbrücken, keine hier in Jena. Die stählernen Wächter, die das Stadion jahrzehntelang hüteten, sind nicht mehr da. Zu gerne hätte ich sie mir angesehen, ihnen zugezwinkert und mich von ihnen blenden lassen, so albern es auch klingen mag.

Ich blicke in den Himmel. Kein Nebel in Jena, ein strahlend blauer Himmel über dem satten Grün: Unendlichkeit. Die Zeit bleibt nicht stehen, nicht in Jena und auch nicht in Saarbrücken. Ich blicke zurück auf die Anzeigetafel. Sie gibt mir Recht. Auf dem Rasen machen sich inzwischen die Mannschaften warm; die Ränge in der Heimkurve füllen sich allmählich, auch die Gegengerade ist gut besucht, dazu etwa einhundert Ostberliner im Gästeblock.

Während die Anhänger des BFC recht verstreut im Gästeblock stehen, geben die Jenenser rund um die Horda Azurro ein geschlossenes Bild ab, Einsatz unter dem Motto „Südkurve bleibt“, wie es inzwischen auch überregional Bekanntheit erlangt hat. So kämpfen die Jenenser für den Verbleib in der Südkurve auch im zukünftigen neuen Stadion, das an selber Stelle errichtet werden soll, und missbilligen gleichermaßen einen befürworteten Umzug auf die Nordseite des Stadions, wie er von den in die Bauplanung eingebundenen Ordnungskräften lanciert wird. Da kann man den Jenensern an dieser Stelle nur wünschen, dass sie in ihrer angestammten Heimat auch tatsächlich bleiben werden dürfen.

Das spielerische Niveau der Partie überzeugt mich ebenso wie das Paradies, das Stadion, die Stadt und die Wurst. Es ist mein erstes Spiel in der Nordost-Staffel und über das Tempo und die individuelle Qualität der Akteure staune ich nicht schlecht. Auch wenn die erste Hälfte deutlich spritziger daherkam als der zweite Durchgang, stimmt der Einsatz beider Mannaschaften über die gesamte Spieldauer. Wir sehen keinen Bundesligafußball, aber die Laufbereitschaft und der Kampfgeist ist sehr ansehnlich und mir kommen ernste Zweifel auf, ob der FC an diesem Tag in Jena bestanden hätte. Carl Zeiss macht das Spiel und ist durchweg spielbestimmend, auch wenn der BFC einige satte Schüsse, besonders aus zweiter Reihe, auf das Tor der Gastgeber bringt und nur wenige Spielzüge nach der Jenenser Führung auch zum Ausgleich kommt und so für ein hochspannendes Spiel bis zum Schluss sorgt, das Jena am Ende durch ein Tor in allerletzter Minute dann doch noch verdient für sich entscheidet.

Und so endet dieses „Sicherheitsspiel“, als welches es vorab deklariert wurde, so ruhig wie es vor Anpfiff begonnen hatte; das riesige Polizeiaufgebot in allen Ecken des Stadions und das Ausschankverbot alkoholhaltigen Bieres erwiesen sich als überflüssig. Aber die ostdeutsche Vita-Cola hatte auch ihren Reiz; so gut wie die Sinalco schmeckt sie dann aber doch nicht.

Zügig verlassen wir das Stadion, durchqueren noch einmal die friedliche Abendstimmung des Parks und befinden uns nur wenige Zeit später schon wieder auf dem Bahnsteig, hinter uns das Paradies. Noch bleiben uns ein paar Minuten, am hüfthohen Geländer des Bahnsteigs lehnend, blicken wir beseelt auf die saftigen Grünflächen des Parks und die sich darin spiegelnde Abendsonne, unter deren Antlitz die emporgestreckten Fahnen der heimlaufenden Heimfans stolz erstrahlen. Wir klatschen uns ab und beglückwünschen uns zu dieser mehr als gelungenen Tour, die schon längst überfällig war, doch gleichzeitig wissen wir wohl, dass der nächste gemeinsame Stadionbesuch frühestens in einem Jahr wieder stattfinden wird. Aber Zeit, die wir uns unbedingt nehmen müssen. Bis dahin läuft vielleicht auch wieder eine Uhr in Jena…

Danke N., M., und J. für die geilen Tage bei euch.

Daten zum Spiel: Mi, 06.04.16

Regionalliga Nordost

Nachholspiel 20. Spieltag

Ernst-Abbe- Sportfeld Jena

Z: 3.054

 

…. und hier noch ein paar Schnappschüsse:

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